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    Neuroökonomie

    Projektbezogene Publikationen

    Projektbereich Emotionaler Einfluss in sozialen Entscheidungssituationen

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    Hewig, J., Kretschmer, N., Trippe, R. H., Hecht, H., Coles, M. G. H., Holroyd, C. B., & Miltner, W. H. R. (2011). Why humans deviate from rational choice. Psychophysiology, 48(4), 507–514.

     

    Hewig et al. (2011)

    Die Studie von Hewig und Kollegen befasst sich mit Entscheidungsverhalten im Ultimatum- und Diktator-Spiel. Insbesondere wurde dabei die emotionale Reaktion im Zusammenhang mit den Entscheidungen untersucht. Die Teilnehmer der Studie spielten hierfür das Ultimatum- und das Diktator-Spiel jeweils in der Rolle des Anbieters und des Empfängers. Während in der Rolle des Empfängers gespielt wurde, wurde ein Elektroenzephalogramm (EEG) sowie die Hautleitfähigkeit (Elektrodermale Aktivität, EDA) gemessen. Abschließend gaben die Teilnehmer an, wie positiv oder negativ sie die verschiedenen, erhaltenen Angebote in der Rolle des Empfängers empfanden. Es zeigte sich, dass Angebote mit steigender Unfairness häufiger abgelehnt wurden. Dies widerspricht der klassischen Theorie des Homo Oeconomicus, nach der menschliches Handeln auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist, denn durch das Ablehnen eines Angebots im Ultimatum-Spiel verzichtet man auch auf einen eigenen Gewinn. Ferner wurden die Angebote mit steigender Unfairness auch als negativer empfunden, was sich ebenfalls in den erhobenen physiologischen Maßen widerspiegelt. Eine weitergehende Analyse zeigte, dass das Annahmeverhalten durch die Bewertung des Angebots (positiv/negativ) und die Reaktionen im EEG und der Hautleitfähigkeit vorhersagen lässt.

    Mussel, P., Göritz, A. S., & Hewig, J. (2013a). The value of a smile: Facial expression affects ultimatum-game responses. Judgment and Decision Making, 8(3), 381–385.

     

    Diese Studie befasst sich mit dem Einfluss von Gesichtsausdrücken auf das Entscheidungsverhalten im Ultimatum-Spiel. Hierzu wurde ein Online-Versuch mit 1326 Teilnehmern durchgeführt. Den Versuchspersonen wurden Ultimatum-Angebote von lächelnden, neutralen oder ärgerlich blickenden Anbietern präsentiert. Für jedes Angebot mussten die Versuchsteilnehmer entscheiden, es anzunehmen oder abzulehnen. Es zeigte sich erwartungsgemäß, dass faire Angebote generell häufiger angenommen werden als unfaire Angebote. Außerdem hatte auch der Gesichtsausdruck des Anbieters einen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten des Empfängers: Angebote von lächelnden Personen wurden häufiger angenommen als solche von Personen mit neutralem Gesichtsausdruck. Am seltensten wurden Angebote von ärgerlichen Anbietern akzeptiert. Dieser Einfluss des Gesichtsausdrucks zeigte sich vor allem bei unfairen und besonders fairen Angeboten. Ein Lächeln kann also bei der nächsten Verhandlung hilfreich sein!

     

    Mussel, P., Göritz, A. S., & Hewig, J. (2013b). Which choice is the rational one? An investigation of need for cognition in the ultimatum game. Journal of Research in Personality, 47(5), 588–591.

    Nach der Theorie der rationalen Entscheidung, sollten Empfänger im Ultimatum-Spiel jedes Angebot, das ihnen gemacht wird annehmen. Selbst ein kleiner Geldbetrag ist besser für das eigene Konto als kein Geld. Tatsächlich beobachtet man aber, dass Empfänger vor allem unfaire Angebote ablehnen, sich also irrational verhalten, da sie damit auf einen eigenen Gewinn verzichten. Die Studie von Mussel und Kollegen untersucht den Einfluss des Kognitionsbedürfnis („need for cognition“, gemessen mit einem Fragebogen) und der Reaktionszeit im Ultimatum-Spiel auf das Entscheidungsverhalten des Empfängers. Die Reaktionszeit bezieht sich hier auf die Zeit, die der Empfänger benötigt, um ein Angebot abzulehnen oder anzunehmen. Ein hohes Kognitionsbedürfnis und längere Reaktionszeiten wurden als Indikatoren für einen rationalen Entscheidungsstil angesehen. Generell zeigte sich, dass Angebote umso häufiger abgelehnt wurden, je unfairer sie waren. Das Kognitionsbedürfnis und die Reaktionszeit hatten ebenfalls einen Einfluss auf das Verhalten der Empfänger. Je höher das Kognitionsbedürfnis, desto eher wurden besonders faire Angebote angenommen und unfaire Angebote abgelehnt. Je länger die Reaktionszeit war, desto eher wurden Angebote abgelehnt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Ablehnen von unfairen Angeboten im Ultimatum-Spiel nicht unbedingt als irrationale Entscheidung interpretiert werden kann.

     

    Mussel, P., Hewig, J., Allen, J. J. B., Coles, M. G. H., & Miltner, W. (2014). Smiling faces, sometimes they don't tell the truth: Facial expression in the ultimatum game impacts decision making and event-related potentials. Psychophys., 51(4), 358–363.

    In dieser Studie beschäftigen sich Mussel und Kollegen mit dem Einfluss des Gesichtsausdrucks auf das Entscheidungsverhalten im Ultimatum-Spiel. Außerdem wurde untersucht, ob der Gesichtsausdruck einen Einfluss auf die Verarbeitung von Angeboten im Ultimatum-Spiel hat. 10 Männer und 10 Frauen spielten dazu das Ultimatum-Spiel aus der Perspektive des Empfängers und erhielten Angebote von lächelnden und neutral blickenden Anbietern. Während des gesamten Spiels wurde die elektrische Hirnaktivität mittels EEG gemessen. Von Interesse war vor allem die Feedback-Negativierung (FRN), die normalerweise für unfaire Angebote stärker ausgeprägt ist als für faire Angebote. Generell wurden unfaire Angebote häufiger abgelehnt als faire Angebote. Zusätzlich wurden leicht unfaire Angebote von männlichen Anbietern häufiger abgelehnt als entsprechende Angebote von weiblichen Anbietern. Der Gesichtsausdruck hatte ebenfalls einen (kleinen) Einfluss auf das Verhalten der Empfänger. Unfaire Angebote neutraler männlicher Anbieter wurden häufiger abgelehnt als entsprechende Angebote neutraler und lächelnder weiblicher Anbieter. Bezüglich der FRN konnte der klassische Befund einer stärkeren Negativierung für unfaire im Vergleich zu fairen Angeboten repliziert werden. Die Zunahme der Negativierung von fairen hin zu unfairen Angeboten fiel für lächelnde Anbieter allerdings weniger stark aus als für neutral blickende Anbieter. Bei unfairen Angeboten führten lächelnde Anbieter also zu einer kleineren FRN als neutrale Anbieter. Zusammengenommen zeigen die FRN- und Verhaltens-Ergebnisse, dass ein lächelndes Gesicht dazu führt, dass die Reaktion auf unfaire Angebote positiver ausfällt als bei einem neutralen Gesichtsausdruck.

     

    Rodrigues, J., Ulrich, N. & Hewig, J. (2015). A neural signature of fairness in altruism: a game of theta? Social neuroscience 10(2),p.192-205, doi: 10.1080/17470919.2014.977401.

    In dieser Studie beschäftigen sich Rodrigues und Kollegen mit der Auswirkung von hohen Werten der Persönlichkeitseigenschaft Altruismus auf Angebote im Diktatorspiel, sowie der zugehörigen Gehirnaktivierung, gemessen durch Elektroenzephalogramm (EEG). Dazu wurden mittels einer Onlinestudie Personen mit hohen und niedrigen Altruismuswerten ausgesucht. Diese Probanden nahmen an einer Studie im Diktatorspiel als Diktatoren teil und hatten zudem in einem zweiten Teil der Studie die Aufgabe, die Fairness von verschiedenen Angeboten an andere teilnehmende Empfänger zu bewerten. Es zeigte sich, neben dem erwarteten Verhaltensbefund, dass hoch altruistische Personen mehr Geld an den Empfänger geben, eine erhöhte mittfrontale Theta-Aktivität bei hoch altruistischen Personen vor fairen eigenen Aufteilungen im Diktatorspiel, während sich bei niedrig altruistischen Personen vor unfairen eigenen Aufteilungen eine erhöhte mittfrontale Theta- Aktivität zeigen ließ. Bei der Bewertung der Fairness der Angebote anderer Diktatoren war allerdings zwischen den hoch oder niedrig altruistischen Personen kein Unterschied festzustellen.

    Diese Befunde deuten darauf hin, dass hoch altruistische Personen möglicherweise durch eine erhöhte empathische Reaktion faire Angebote machen, während die erhöhte Theta Aktivität der niedrig altruistischen Personen im Zusammenhang mit der gleichen Fairnessbewertung dafür sprechen, dass bei diesen Personen eine negative Bewertung der eigenen gleich folgenden Handlung stattfindet.

    Osinsky, R., Mussel, P., Öhrlein, L., & Hewig, J. (2013). A neural signature of the creation of social evaluation. Social Cognitive and Affective Neuroscience.

     

    Osinksy et al. (2013)

    In dieser Studie beschäftigen sich Osinsky und Kollegen mit der Feedback-Negativierung (FRN) gemessen nach dem Erhalt von unfairen Angeboten im Vergleich zu fairen Angeboten im Ultimatum-Spiel. Aus früheren Studien ist bekannt, dass unfaire Angebote eine größere Negativierung im Spannungsverlauf des EEG auslösen als faire Angebote. Die FRN kann entsprechend als Zeichen dafür gesehen werden, ob ein Ereignis positiv oder negativ empfunden wird. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob sich die FRN auch im Zusammenhang mit Lernen im Ultimatum-Spiel zeigt. Dabei ging es darum zu lernen, welcher der wiederholt gezeigten Anbieter faire beziehungsweise unfaire Angebote macht. Es zeigte sich dabei, dass im Verlauf des Experiments auch die Gesichter von unfairen Anbietern eine größere Negativierung im EEG im Vergleich zu Gesichtern von fairen Anbietern auslösten, noch bevor deren Angebote gezeigt wurden. Gemäß diesem Ergebnis wird im Laufe des Experiments eine negative Empfindung mit den Gesichtern unfairer Anbieter verknüpft.

    Weiland, S., Hewig, J., Hecht, H., Mussel, P., & Miltner, W. H. R. (2012). Neural correlates of fair behavior in interpersonal bargaining. Social Neuroscience, 7(5), 537–551.

     

    Weiland et al. (2012)

    Der Artikel von Weiland und Kollegen behandelt die neuronalen Grundlagen des Verhaltens in Verhandlungssituationen, insbesondere bei der Abgabe von Angeboten. Dazu wurde in der durchgeführten Studie die Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gemessen, während die Versuchsteilnehmer das Ultimatum-Spiel und das Diktator-Spiel spielten. In beiden Spielen übernahmen die Teilnehmer die Rolle des Anbieters, der wiederholt einen Geldbetrag zwischen sich und einem anderen Mitspieler aufteilt. Im Ultimatum-Spiel entscheidet der Mitspieler, ob er die Aufteilung annimmt, erst dann erhalten beide die vom Anbieter vorgeschlagene Aufteilung. Im Diktator-Spiel hat der Empfänger keine Entscheidungsmöglichkeit, die Aufteilung des Anbieters wird immer angenommen. Weiland und Kollegen konnten zeigen, dass bei fairen Angeboten (Gleichverteilung des Betrages oder nur minimaler Vorteil für den Anbieter) im Ultimatum-Spiel andere Gehirnareale als im Diktator-Spiel aktiv waren. Im Ultimatum-Spiel fand sich erhöhte Aktivität im präfrontalen Kortex, im Diktator-Spiel im dorsalen anterioren und posterioren cingulären Kortex. Diese unterschiedlichen Aktivierungen lassen vermuten, dass hinter fairen Angeboten in den beiden Spielen unterschiedliche Motive stecken. Für das Ultimatum-Spiel deuten die Ergebnisse auf strategische Motive für das faire Verhalten hin um den eigenen Gewinn zu maximieren, wohingegen bei fairen Angeboten im Diktator-Spiel altruistisches Verhalten vorzuliegen scheint, das nicht durch eine eigene Gewinnmaximierung motiviert ist.

    Projektbereich Emotionale Faktoren beim Risikoverhalten von Jugendlichen

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    Hewig, J., Miltner, W. H., & Silbereisen, R. (2012). Why do adolescents take risks? International Society for the Study of Behavioral Development Bulletin, 61(1), 17–22

     

    Hewig et al. (2012)

    Jugendliche zeigen in verschiedenen Kontexten risikoreiches Verhalten. Ein möglicher Grund hierfür könnte in der Gehirnentwicklung liegen. Gehirnregionen, die für die Verhaltenskontrolle zuständig sind, entwickeln sich erst in der späten Jugend vollständig. Dem gegenüber zeigen Regionen, die für die Verarbeitung von Belohnungen zuständig sind in der Jugend eine erhöhte Aktivierung.

    Die Verarbeitung von Belohnungen und Bestrafungen durch das Gehirn lässt sich unter anderem mittels Elektroenzephalographie (EEG) messen. Im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Belohnungen und Bestrafungen ist dabei besonders die sogenannte Feedback-Negativierung (FRN) von Interesse. Es handelt sich dabei um eine Negativierung der gemessenen Spannung nach einem negativen Feedback (z.B. Verlust, fehlerhafte Handlung) im Vergleich zu einem positiven Feedback (z.B. Gewinn, korrekte Handlung). Eine experimentelle Aufgabe, die zur Untersuchung der Feedback-Negativierung genutzt werden kann, ist die sogenannte BART-Aufgabe (BART = Balloon Analogue Risk Task). Die Teilnehmer müssen hierbei wiederholt die Entscheidung treffen, einen virtuellen Ballon weiter aufzupumpen, um ihren aktuellen Gewinn zu verdoppeln, oder den aktuellen Gewinn zu sichern und auf ihr virtuelles Konto zu übertragen. Platzt der Ballon beim Aufpumpen, ist der momentane Gewinn verloren. In einer aktuellen Studie wird die Feedback-Negativierung in der BART-Task bei männlichen Jugendlichen (13-16 Jahre) untersucht. Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis des Zusammenhangs zwischen der Verarbeitung von Belohnungen/Bestrafungen und risikoreichem Verhalten in der Jugend beitragen.

     

     

     

    Projektbereich Emotionen und Entscheidungen unter Risiko und Ambiguität

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    Hewig, J., Coles, M. G. H., Trippe, R. H., Hecht, H., & Miltner, W. H. R. (2011). Dissociation of Pe and ERN/Ne in the conscious recognition of an error. Psychophysiology, 48(10), 1390–1396.

     

    Hewig et al. (2011)

    In dieser Studie befassen sich Hewig und Kollegen mit zwei bestimmten ereigniskorrelierten Potentialen im Elektroenzephalogramm (EEG), der Fehler-Negativierung (englisch: error-related negativity, ERN) und der Fehler-Positivierung (englisch: error-positivity, Pe). Beide zeigen sich als Spannungsveränderungen im EEG nach einer fehlerhaften Handlung. Der Fokus dieser Studie liegt auf dem Zusammenhang zwischen den beiden ereigniskorrelierten Potentialen und dem bewussten Bemerken des grade gemachten Fehlers. Zur Untersuchung dieses Themas mussten die Teilnehmer am Computer wiederholt angezeigte, fünfstellige Zahlen eintippen. Nach jeder Zahl sollten sie angeben, ob ihnen das korrekt gelungen ist oder nicht, oder ob sie sich unsicher darüber sind, ob die Eingabe korrekt war. Es zeigte sich, dass die ERN bei fehlerhaften Eingaben, die den Teilnehmern bewusst waren (Angabe des Teilnehmers, dass die Eingabe nicht korrekt war) am größten ausfiel. Durchgänge mit falscher Eingabe, die von den Teilnehmern nicht zweifelsfrei erkannt wurden (Angabe, dass sich der Teilnehmer entweder unsicher ist, oder die Eingabe korrekt war) und korrekte Durchgänge zeigten eine geringere ERN. Ähnlich wie die ERN war die Pe bei bewusst wahrgenommenen, fehlerhaften Eingaben am größten. Allerdings fand sich auch nach Eingaben, bei denen sich die Teilnehmer unsicher waren (egal ob sie tatsächlich korrekt waren oder nicht) eine größere Pe. Nach diesen Befunden kann die ERN als Indikator für einen bemerkten Unterschied zwischen einer geplanten Handlung und einer tatsächlich ausgeführten Handlung angesehen werden, was darüber hinaus eine Pe auslöst. Eine Pe wird ebenfalls ausgelöst, wenn das Ergebnis des Vergleichs zwischen geplanter und ausgeführter Handlung unklar ist, also Unsicherheit darüber herrscht, ob die ausgeführte Handlung korrekt war.

    Kreussel, L., Hewig, J., Kretschmer, N., Hecht, H., Coles, M. & Miltner, W. (2012). The influence of the magnitude, probability, and valence of potential wins and losses on the amplitude of the feedback negativity. Psychophysiology, 49(2), 207-219.

     

    Kreussel et al. (2012)

    Die Studie von Kreussel und Kollegen befasst sich mit verschiedenen Einflussfaktoren auf die Feedback-Negativierung. Diese ist eine im Elektroenzephalogramm (EEG) beobachtbare Spannungsveränderung in Form einer negativeren Spannung nach negativem Feedback (z.B. Verlust) im Vergleich zu positivem Feedback (z.B. Gewinn). Die Einflussfaktoren wurden anhand einer Verstärkungs-Lern-Aufgabe untersucht, bei der sich die Teilnehmer immer wieder zwischen zwei verschiedenen, virtuell dargebotenen Reizen entscheiden mussten und dabei je nach gewähltem Reiz Geld gewinnen oder verlieren konnten. Jeder Reiz stand für eine andere Kombination aus möglichem Ergebnis (Gewinn oder Verlust), Wahrscheinlichkeit des Eintretens des möglichen Ergebnisses sowie Gewinn-/Verlustbetrag (10 Cent oder 40 Cent). Während die Teilnehmer die Aufgabe durchführten, wurde ein EEG gemessen. Es zeigte sich, dass die Feedback-Negativierung von allen untersuchten Faktoren beeinflusst wird.

    Mussel, P., Reiter, A. M. F., Osinsky, R. & Hewig, J. (2015): State- and trait-greed, its impact on risky decision-making and underlying neural mechanisms, Social Neuroscience 10(2), p.126-34, DOI: 10.1080/17470919.2014.965340
    Osinsky, R., Mussel, P. & Hewig, J. (2012). Feedback-related potentials are sensitive to sequential order of decision outcomes in a gambling task. Psychophysiology, 49, 1579-1589.

     

    Osinsky et al. (2012)

    Osinsky und Kollegen untersuchten in dieser Studie den Einfluss vorausgegangener Ergebnisse auf die Verarbeitung des aktuellen Ergebnisses in einem Glücksspiel. Hierzu wurden mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) Spannungen von der Kopfoberfläche gemessen, welche Rückschlüsse auf Gehirnaktivitäten erlauben. Von Interesse waren hierbei besonders bestimmte Spannungsveränderungen, die sich im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Gewinnen und Verlusten in verschiedenen Spielen zeigten: die Feedback-Negativierung (FRN), sowie die P200 und P300. Für diese konnte gezeigt werden, dass sie alle nicht nur durch das aktuelle Ergebnis, sondern auch durch die beiden jeweils vorangegangenen Ergebnisse systematisch beeinflusst werden. Die Feedback-Negativierung und die P300 fallen größer aus, wenn die beiden vorherigen Ergebnisse sich vom aktuellen Ergebnis unterscheiden (z.B. bei Ergebnis-Sequenzen von Gewinn-Gewinn-Verlust oder Verlust-Verlust-Gewinn). Die P200 ist bei zwei vorausgehenden Gewinnen größer im Vergleich zu anderen vorausgehenden Ergebnis-Sequenzen.

    Schmidt, B., Mussel, P. & Hewig, J. (2013). I’m too calm – Let’s take a risk! On the impact of state and trait arousal on risk taking. Psychophysiology, 50, 498-503.

     

    Schmidt et al. (2013)

    Dieser Artikel befasst sich mit dem Zusammenhang von körperlicher Erregung und Risikoverhalten. Verschiedene Persönlichkeitstheorien gehen davon aus, dass es ein optimales Niveau körperlicher Erregung gibt. Liegt die Erregung unter diesem Niveau, wird Stimulation gesucht, um die Erregung näher an das optimale Level zu bringen. Riskantes Verhalten in Glücksspielen stellt eine Möglichkeit solcher Stimulation dar. In der im Artikel beschriebene Studie konnte gezeigt werden, dass die Herzrate in Ruhe (welche als ein Maß für die grundlegende körperliche Erregung im Sinne einer Persönlichkeitseigenschaft aufgefasst werden kann) im Zusammenhang mit riskantem Verhalten im Glücksspiel steht. Je niedriger die Ruhe-Herzrate der Teilnehmer war, desto riskanter das Verhalten, das sie im Glücksspiel an den Tag legten. Gleichzeitig zeigte sich, dass diese Personen die riskanten Optionen im Glücksspiel als weniger riskant und aufregend empfanden, als Personen mit einer höheren Herzrate in Ruhe. Um zu überprüfen, ob der gleiche Zusammenhang auch für situationsbedingte körperliche Erregung gilt, spielte jeder Teilnehmer zwei Durchgänge des Glücksspiels. Vor einer der beiden Runden fand ein 10-minütiges Training am Fahrradergometer statt, um das aktuelle körperliche Erregungsniveau zu erhöhen. Unter dieser Bedingung wurde weniger riskantes Verhalten im Glücksspiel gezeigt, als im Vergleich zur Bedingung ohne Fahrradtraining.

    Die Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass sowohl die allgemeine als auch die aktuelle körperliche Erregung in einer inversen Beziehung zum Risikoverhalten stehen

     

     

     

    Konferenzbeiträge

    • Albrecht, B., Mussel, P., Welpe, I., Stanton, A., Miltner, W. H. R., & Hewig, J. (2013, Mai). Risk and Ambiguity. Poster präsentiert auf der 39. Tagung „Psychologie und Gehirn”, Würzburg.
    • Allen, J. J. B., Hewig, J. S., Hecht, H., Miltner, W.H.R. & Schnyer, D. M (2013, September). Linking resting state EEG asymmetry to resting state fMRI with simultaneous recordings. Poster präsentiert auf der 53. Tagung der Society for Psychophysiological Research, Florenz.
    • Hewig, J. S., Allen, J. J. B., Richter, C., Hecht, H. & Miltner, W.H.R. (2013, September). Emotion Effects on the Neural Basis of Decision-making in the Ultimatum Game. Poster präsentiert auf der 53. Tagung der Society for Psychophysiological Research, Florenz.
    • Hewig, J., Mussel, P., Kretschmer, N., Trippe, R. H., Hecht, H., Coles, M. G. H., Holroyd, C. B., & Miltner, W. H. R. (2010, November). Entscheidungsverhalten im Ultimatumspiel: Verhalten und Elektrophysiologie. Beitrag präsentiert auf der Conference for Neuroeconomics, Bonn.
    • Hewig, J., Mussel, P., Kreussel, L., Kretschmer, N., & Miltner, W. H. R. (2010, November). Personality influences decision-making and electrophysiology in a blackjack gambling task. Beitrag präsentiert auf dem Treffen der International Society for the Study of Individual Differences, London.
    • Hewig, J., Nitsch, A., Hecht, H., & Miltner, W. H. R. (2011, Juni). Die Modulation von Feedbackpotentialen durch positives Feedback. Poster präsentiert auf der 37. Tagung  „Psychologie und Gehirn“, Heidelberg.
    • Mussel, P., Reiter, A., Osinsky, R. & Hewig, J. (2012, Juni). Der Einfluss von Gier auf Risikoverhalten und Feedback-bezogene Negativierung. Poster präsentiert auf der 38. Tagung „Psychologie und Gehirn“, Jena.
    • Welpe, I. M., Hewig, J., Stanton, A. Hecht, H. & Miltner, W. H. R. (2010, June). Neural basis of risk and ambiguity. An fMRI study. Preis für den besten Beitrag auf der NeuroPsychoEconomics Conference, Copenhagen.
    • Schmidt, B.,  Hewig, J. (2013, September). Who Dares Wins: Are we less risk-averse than previously assumed. Poster präsentiert auf der 53. Tagung der Society for Psychophysiological Research, Florenz.
    • Schmidt, B.,  Mussel, P. & Hewig, J. (2012, Juni). Der Einfluss von Arousal auf Risikoverhalten. Poster präsentiert auf der 38. Tagung „Psychologie und Gehirn“, Jena.
    • Schmidt, B., Mussel, P. & Hewig, J. (2012, September). More arousal, less risk. Poster präsentiert auf dem 52. Jährlichen Treffen der Society for Psychophysiological Research , New Orleans.
    • Schmidt, B. & Hewig, J. (2013, Mai). Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Sind wir doch risikofreudiger, als wir glauben? Poster präsentiert auf der 39. Tagung „Psychologie und Gehirn”, Würzburg.
    • Osinsky, R., Mussel, P., & Hewig, P. (2012, September). On the influence of sequential outcome order on feedback-related brain potentials. Poster präsentiert auf dem 512. Jährlichen Treffen der Society for Psychophysiological Research, New Orleans.
    • Osinsky, R., Mussel, P., & Hewig, P. (2012, June). Sequentielle Abfolgen von Entscheidungsergebnissen und ihr Einfluss auf Feedback bezogene Hirnpotentiale [Sequential order of decision outcome and its‘ influence on feedback related brain potentials]. Beitrag präsentiert auf der 38. Tagung „Psychologie und Gehirn“, Jena, Germany.

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    Professur für Psychologie am Lehrstuhl für Psychologie I -Biologische Psychologie,Klinische Psychologie und Psychotherapie
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