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    Neuroökonomie

    Emotionale Faktoren beim Risikoverhalten von Jugendlichen

    Mit Blumen geschmückte Kreuze am Straßenrand sind häufig ein trauriges Zeugnis des schlimmstmöglichen Ausgangs von jugendlicher Waghalsigkeit. Es gibt auch einige weniger drastische Beispiele für riskante Verhaltensweisen in der Jugend, wie Rauchen, Stehlen und das Fahren ohne Sicherheitsgurt. Eine Aufgabe, die im Labor das Risikoverhalten von Jugendlichen messen kann, steht nachweislich mit diesen Verhaltensweisen in Zusammenhang. Bei dieser Aufgabe, der sogenannten Balloon-Analogue-Risk-Task (BART), entscheiden die Jugendlichen, ob sie einen Ballon weiter aufpumpen und das Risiko eingehen, dass er platzt. Alternativ können sie den Ballon auch gegen Geld eintauschen. Je größer der Ballon ist, desto mehr Geld ist er wert. Platzt der Ballon jedoch bei dem Versuch weiter zu pumpen, erhält der Proband kein Geld.

    Kürzlich wurde auch gezeigt, dass die BART-Task gut geeignet ist, um impulsives Entscheidungsverhalten allgemein zu untersuchen. Dabei zeigten impulsive Personen riskanteres Verhalten als weniger impulsive Probanden. Eine erste Studie, die elektrische Gehirnaktivität auf das Platzen eines Ballons untersuchte, fand ein erhöhtes Signal beim Platzen des Ballons im Vergleich zu erfolgreichem Pumpen. Außerdem konnte man mittels eines bildgebenden Verfahrens bei riskanten Entscheidungen Aktivierungen in einer Gehirnregion messen, die bei der Einschätzung von möglichen Folgen von (riskanten) Entscheidungen eine Rolle spielt. In einer der BART-Task ähnlichen Aufgabe wurde außerdem gezeigt, dass sich Jugendliche (13-16 Jahre) riskanter verhielten als ältere Vergleichsgruppen und dass sie sich unter dem Einfluss Gleichaltriger in Entscheidungssituationen noch häufiger für risikoreiche Alternativen entschieden.

    Der Einfluss von emotionalen Prozessen auf riskantes Entscheidungsverhalten bei Jugendlichen ist hingegen noch unzureichend untersucht. Jugendliche sind auch deshalb besonders interessant für das vorliegende, da die Gehirnreifungsprozesse erst in dieser Lebensphase (bis ca. dem 21 Lebensjahr) abgeschlossen werden. Insbesondere der Frontalkortex, der wesentlich zur Kontrolle von Emotionen und Impulshandlungen beiträgt, entwickelt sich bis ins frühe Erwachsenenalter hinein. Außerdem konnte gezeigt werden, dass der Nucleus accumbens, der für die Wirkung von Belohnung unverzichtbar ist, bei Jugendlichen erhöhte Aktivität bei der Erwartung einer Belohnung zeigt. Auch bei zunehmendem Risiko war diese Gehirnregion stärker aktiviert.

    Aufgrund dieser Befunde wird angenommen, dass Jugendliche erfolgreich eingegangene Risiken als besonders belohnend erleben. Darauf aufbauend wird von einem besonders starken, hirnelektrischen Signal bei Jugendlichen ausgegangen, wenn eine riskante Entscheidung zum Erfolg geführt hat.

    Eine erste durchgeführte und bereit publizierte Studie konnte den Grundbefund zeigen, dass Erfolge von Risikoverhalten mit einem hirnelektrischen Signal, das generell bei positiven Rückmeldungen gefunden wird, verbunden sind. Im Gegensatz dazu gehen Misserfolge mit einem Signal einher, das generell bei negativen Rückmeldungen auftritt.

    Darauf aufbauend wurden weitere Studien zum Risikoverhalten der Probanden in der BART-Task durchgeführt, die sich gerade in der Phase der Veröffentlichung befinden.

    Im Folgenden stellen wir die einzelnen Studien vor, die wir in diesem Bereich durchgeführt haben:

    1. Risikoverhalten von Jugendlichen in der BART-Task

    Projektleiter: Johannes Hewig

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    Professur für Psychologie am Lehrstuhl für Psychologie I -Biologische Psychologie,Klinische Psychologie und Psychotherapie
    Marcusstraße 9 bis 11
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